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Archiv für den Monat Juni 2013

An den „Flaming Cliffs“ bei Bayanzag

Hier ist es so traumhaft schön.
Gestern abend haben wir beschlossen, heute einen Ruhetag einzulegen und hier zu verbringen.
(44°08’09.34″N, 103°43’21.66″E)

Gibt es einen schöneren Frühstücksplatz als diesen ?

Das Wetter passt, es ist jetzt mittlerweile richtig Sommer geworden, gestern schon 29 Grad, heute über 30, die Sonne lacht, kaum ein Lüftchen weht.
Wir hängen eigentlich nur faul rum, geniessen die herrliche Natur, die Stille.
Am Nachmittag kommen zwei deutsche Touristinnen vorbeigelaufen, wir plaudern ein wenig.
Später spazieren wir in und um die Klippen, fotografieren, schauen uns die wenigen Pflanzen an, es ist erstaunlich, wie vielfältig sie sind auf dem kargen Wüstenboden, bunt, alle Farben sind vertreten, nur alles ist kleiner als bei uns, die Blüten meist im Miniformat, — Natur auf Sparflamme !

Der Sonnenuntergang am heutigen Abend ist fast noch spektakulärer als der von gestern, der Himmel sieht aus wie fließende Lava.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     11.662 km

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Verfasst von - 30. Juni 2013 in Uncategorized

 

Von Dalandzadgad nach Bayanzag

Aspros geht es besser, wir fahren weiter.
Das war aber auch ein besch…. Tag gestern, es ging ihm wirklich elend, und wir hatten keine Ahnung, was ihm fehlen könnte, zudem war es auch noch richtig warm, 29 Grad, das hat ihn natürlich zusätzlich belastet. Uns gings natürlich genau so elend, da kam das ganze Drama mit Kokki wieder hoch, es war einfach nur zum Weglaufen, am Abend waren wir fix und fertig und froh, als es ihm offensichtlich ein wenig besser ging und wir endlich ins Bett konnten, wir wollten nichts mehr hören und sehen, nur noch abtauchen.

Den Rest kriegen wir hin, wir haben noch zwei Spritzen und Medikamente vom Tierarzt mitbekommen, die wir ihm drei Tage lang geben sollen.

Also fahren wir los, Richtung Nordwesten, die Piste ist gar nicht übel, auf keiner Karte verzeichnet, aber besser als die „Hauptstraße“, die von Norden kommt.
Schmal, aber gut festgefahren, fast immer schnurgeradeaus, wenige Wellen, kaum Löcher, da können wir in kurzen Passagen auch schon mal 70 km/h fahren.

Die Steppenlandschaft nordwestlich der Stadt ist bretteben, kaum eine Erhebung bis zum Horizont, hie und da steht das Ger einer Nomadenfamilie einsam in der kargen Ebene.
Irgendwo an der Strecke gibt es „Kunst in der Wüste“, eine Gruppe steinerner Büffel lädt für einen Augenblick zum Verweilen ein.
Dort treffen wir auf Traveller aus der Schweiz, halten einen kurzen Plausch und fahren anschließend weiter.

Der Himmel ist heute früh stahlgrau, im Norden braut sich offensichtlich ein Gewitter zusammen, es bläst ein unangenehm stürmischer Wind.

Irgendwann dann treffen wir auf eine kleine Oase, ein kleines, grünes Wäldchen ist schon aus der Ferne zu sehen, ein absolut seltener Anblick.
Offensichtlich gibt es hier Wasser, hinter dem Wäldchen sehen wir einen Zaun, dort wird offensichtlich Gemüse angebaut.

Am frühen Nachmittag dann sind wir da: Die „Flaming Cliffs“ bei Bayanzag.
Eine Abbruchkante enormen Ausmaßes, die einen traumhaften Blick auf das darunterliegende Land freigibt.
Leider ist der Himmel noch immer ziemlich schwarz und der Sturm bläst uns fast von den Klippen herunter. Schade, bei Sonnenlicht wären die Klippen noch wesentlich schöner anzusehen.
Wir beschliessen einfach zu bleiben und abzuwarten, das Wetter ändert sich oft schnell, Zeit haben wir auch, also suchen wir uns einen schönen Stellplatz (44°08’09.34″N, 103°43’21.66″E) ….

…..und werden belohnt: Es dauert tatsächlich nicht sehr lange, der Sturm hört auf, die schwarzen Wolken verziehen sich und die Sonne strahlt von einem makellos blauen Himmel. Ein wirklich toller Anblick, die Klippen leuchten in einem herrlichen Rot und der Blick von den Klippen reicht schier unendlich weit bis zum Horizont.

Wir bleiben über Nacht, den tollen Sonnenuntergang gibts noch obendrauf.

Tagesetappe:     90 km                    Gesamtstrecke:     11.662 km

 
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Verfasst von - 29. Juni 2013 in Uncategorized

 

Von der Geierschlucht Yolyn-Am nach Dalandzadgad

Eigentlich wollten wir von der Geierschlucht Yolyn-Am aus weiter nach Khongor Els zu den „singenden“ Dünen, dort ist Wüste, so wie man sich Wüste eben vorstellt, und so, wie wir sie lieben, mit viel Sand und sonst nichts. Die Gobi ist da allerdings anders, meist ist sie steppenartig mit kargem Pflanzenbewuchs, oft auch steinig, nur 3 % der gesamten Fläche sind reine Sandwüste.
Allerdings haben wir in Gesprächen mit mongolischen Fahrern und Reiseführern erfahren, daß die Strecke über das Gurvan-Saykhan-Gebirge und Khoolt nach Khongor mit unseren Fahrzeugen nicht zu machen ist, die Fahrspuren sind oft zu schmal, zudem steil und zu schräg, man rät uns dringend davon ab.

An der Schlucht treffen wir ein französisches Paar wieder, das wir schon in Irkutsk und am Kloster Amarbajasgalant getroffen haben, sie kommen aus dem Nordwesten herunter gefahren und raten uns, die Strecke über Bayandzag quer durch die Wüste nach Arvaikheer für den Rückweg nach Ulaan Baatar zu wählen, auch dort ist die Wüste sandig, es gibt Dünen, zudem die sehenswerten Saxaulbäume, — und die Strecke soll recht gut sein. Also fahren wir los.

Zunächst wieder nach Dalandzadgad, Lebensmittel und Wasser fassen und dann soll es Richtung Flughafen aus der Stadt hinaus gehen.
Die Fahrt zurück aus den Bergen ist phantastisch, wir haben einen Blick bis in die Unendlichkeit, traumhaft schön, das „flache Land“ liegt im Tal, wie ein Meer, das am Horizont grenzenlos in den Himmel übergeht.

Doch heute macht uns unser Aspros einen Strich durch die Rechnung, schon letzte Nacht um 4 Uhr hat er uns rausgeschmissen, weil ihm nicht gut war, hat sich übergeben, dann draußen noch Gras gefressen, heute früh dann jammert er rum, offensichtlich hat er Schmerzen und hechelt heftig.
Bis zum Nachmittag, als wir die Stadt verlassen wollen, hat sich sein Zustand nicht gebessert, ist eher noch schlechter geworden, wir wollen nicht wagen, für die nächsten 10 Tage im „Outback“ zu verschwinden, so lange es ihm schlecht geht. Wir suchen einen „Veterinär“ auf, vielmehr er uns, er kommt nämlich zu uns gefahren, schaut ihn sich an, fragt ein wenig. Dann verpasst er ihm eine Antibiotikaspritze, gibt uns noch zwei für die nächsten beiden Tage und einige Tabletten. In drei Tagen sei alles gut, sagt er und verschwindet wieder.
Die Mongolen sind superfreundlich und hilfsbereit, das durften wir bisher schon oft erleben, heute ist es wieder so:
Wir fragen auf der Straße zwei Frauen, ob es hier einen Veterinär gibt, sie bejahen, ihr Englisch ist nicht sehr gut, sie führen uns einige Häuser weiter zum „Schulamt“, dort sitzt offensichtlich eine Bekannte von ihnen, die perfektes Englisch spricht und „reichen“ uns an sie weiter. Sie erklärt den Weg, bestellt uns ein Taxi zur Tierpraxis. Dort ist gerade keiner der Ärzte anwesend, alle sind unterwegs. Wir fahren zurück zum Schulamt, damit uns die Angestellte dolmetschen kann, wenn der erste Arzt von seiner Tour zurück ist, er wird dort hin kommen. Und so wird es, es dauert zwar fast eine 3/4 Stunde, aber er kommt. Die Frau aus dem Schulamt steht lange bei uns, spricht mit uns, fragt, spricht über ihre Arbeit und dolmetscht, als der Veterinär kommt, das klappt ganz gut. So versteht der Arzt, wo das Problem liegt, und wir kriegen erklärt, was sein kann und wie er behandeln wird. Nach 20 Minuten ist er fertig, ich zahle 6000 Tugrik, das ist etwas mehr als 3 Euro !
Unsere Dolmetscherin möchte nichts, noch nicht mal fürs Telefonieren, es bleibt uns nur, ihr vielfach herzlich Danke zu sagen.

Richtig besser geht es ihm zunächst nicht, eher noch schlechter, irgendwie war die Spritze wohl für ein Kamel gedacht, die Kanüle ziemlich dick und Aspros hat danach heftig Schmerzen in der Hinterbacke und jammert rum.
Wir beschliessen, zunächst in der Nähe der Stadt zu bleiben, um im Notfall den Veterinär noch einmal aufsuchen zu können.

Wir fahren einige Kilometer aus der Stadt raus (43°37’38.66″N, 104°21’23.81″E) und warten ab, gegen Abend geht es ihm schon besser, wir denken, daß wir das hinkriegen, haben auch mit der Tierärztin in Deutschland telefoniert, sie hat die Behandlung des mongolischen Kollegen gut geheissen und denkt, daß es vielleicht eine Blasenentzündung sein könnte.

Langeweile hatten wir aber deswegen heute mittag nicht, es war schon wieder mal „Schrauben“ angesagt.
Zunächst das leidige Thema Tisch: Heute früh beim Durchfahren einer Bodenwelle gab es hinten in der Wohnkabine einen jämmerlichen Schlag, der gesamte Tisch ist wieder in der Mitte des Gestelles auseinandergerissen und fliegt in hohem Bogen durch die Kabine. So eine Sche…., ich bin´s nun bald Leid, mit dem blöden Ding …..
In der Stadt habe ich mir ein paar Bänder gekauft, die werde ich evtl. am Gestell anschrauben, er muß ja verstellbar bleiben, aber zunächst probiere ich heute noch einmal die alten, zerrissenen Bänder zu flicken, durch Bohren, Gewinde schneiden und das Eindrehen von 4 Schrauben. — Hoffentlich hält es wenigstens ein paar Tage !

Dann hat Peter einen Hydraulikschlauch an seinem Fahrzeug entdeckt, der fast komplett durchgescheuert ist, ein oberhalb sitzendes Teil des Kühlsystems hat bei den heftigen Schlägen auf der Piste offensichtlich immer wieder den Schlauch berührt und die gesamte Stahlummantelung zerrieben.
Als wir mit „Schrauben“ fertig sind, ist es schon wieder 21 Uhr, — nichts mit faul rumsitzen heute.

Tagesetappe:     62 km                    Gesamtstrecke:     11.572 km

 
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Verfasst von - 28. Juni 2013 in Uncategorized

 

Durch die Geierschlucht Yolyn-Am

Der Tag beginnt sonnig, schon ab etwa 5 Uhr in der Frühe vertreibt die Junikraft der Sonne die Kälte der Nacht.

Gegen 10 Uhr gehen wir los, in die Schlucht hinab.
Zunächst begeistert mich dieses Schild, das mir gestern schon aufgefallen war, „Holzfällen verboten“, oder so was ähnliches soll es wohl heißen. Allerdings ist dort in weitem Umkreis und auch auf der gesamten Schluchtenwanderung kein einziger Baum oder Strauch zu sehen. Also, irgendwie das Schild zu spät aufgestellt ? …oder was ?

Die Schlucht beginnt hier oben ziemlich flach, irgendwann sprudelt ein kleiner Bach aus der Erde, der sich mit uns den Weg ins Tal teilt, immer wieder mal komplett versickert und auch immer wieder auftaucht, glasklar und eiskalt.
Erstaunlich, welch reichhaltige Vegetation sich in den wenigen frostfreien Tagen bildet, überall sehen wir eine Vielzahl von Blumen, Kräutern und kleinen Büschen, die wunderschön bunt blühen. –Viel Zeit bleibt ihnen nicht, schon im frühen September wird es wieder frostig.

Dann wird die Schlucht steiler, die seitlichen Felsen rücken immer enger zusammen, bald bleibt nur noch ein schmaler Durchgang, den wir uns zudem mit dem Bach teilen müssen.
Irgendwann nach einer Krümmung kommt es dann zum Vorschein, das „ewige Eis“.
Der kleine Gebirgsbach gefriert hier im Winter in den Engstellen zu meterdickem Eis, das selbst über den gesamten Sommer hinweg nicht vollständig abschmilzt.

Wir sind ziemlich früh losgegangen, so sind wir den gesamten Weg durch die Schlucht fast alleine, nur ein paar Ornithologen, die auch gestern schon hier waren, liegen mit ihren Teleobjektiven und Fernrohren auf der Lauer nach seltenen Vögeln.
Es ist herrlich still, wir hören nichts, nicht mal ein Lüftchen weht, nur der Bach plätschert friedlich dahin und hie und da hören wir einen Vogel zwitschern.

Irgendwann sind wir dann unten, die steilen Felswände werden „zahm“, sind nur noch sanfte Hügel. Wir gehen noch ein Stück weiter, aber es kommt nichts „Spannendes“ mehr, wir drehen um, gehen den gesamten Weg wieder zurück. Etwa in der Mitte der Schlucht kommen uns dann erste Wanderer entgegen, und weiter oben sind auch die mongolischen Reiter unterwegs und bringen Touristen herein. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich doch hierher in den hintersten Zipfel der Welt „verirren“.

Diese putzigen Tierchen, vermutlich Lemminge, beobachten wir schon seit gestern, überall sind sie zu sehen, massenhaft, spielen, fressen Gras und sind alles andere als scheu. (Katharina schreibt, daß dies wohl Pfeifhasen sind, Frank bestätigt es, also keine Lemminge, sondern Pfeifhasen ! Danke Euch.)
Aspro hat einen mächtigen Spaß, sie aufzustöbern und zu jagen, bis sie in ihrem Erdloch verschwinden, dann steckt er die Nase rein bis zu den Ohren und schnuppert.

Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir zurück, machen Mittag und fahren dann aus den Bergen heraus, die 10 Kilometer zurück, zum Eingang des Nationalparks.
Dort interessiert uns das Naturkundemuseum, dem wir einen Besuch abstatten, es zeigt die Tiere der Gobi im Allgemeinen, die der Berge im Speziellen, aber auch Mineralien und Fossilien, die in der Nähe gefunden wurden, so z.B. 70 bis 80 Millionen Jahre alte Dinosaurierknochen und versteinerte Sauriereier.

Draußen vor dem Nationalpark bleiben wir für die Nacht, es ist wieder wunderbar still hier draussen und merklich wärmer, wir sind hier schon wieder auf etwa 1900 Meter. (43°32’59.01″N, 104°02’11.65″E)

Tagesetappe:     10 km                    Gesamtstrecke:     11.510 km

 
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Verfasst von - 27. Juni 2013 in Uncategorized

 

Der Weg zur Geierschlucht Yolyn-Am

…ist eigentlich recht einfach.

Wie besprochen, fahren wir zurück zur Baustelle, etwa zwei Kilometer weiter westlich, und siehe da, hier steht sogar ein kleiner Wegweiser zur „Yolyn-Am“, der Geierschlucht. Wir biegen links ab und fahren dann immer gegen die Berge. Unterwegs gibt es noch einmal eine Weggabelung, die kurz Zweifel aufkommen läßt. Nicht weit davon steht ein Ger-Camp, Peter geht fragen, dann fahren wir einen kleinen Anstieg hinauf und sind fast da.
Es bietet sich uns ein toller Blick über eine Ebene, im Hintergrund begrenzt durch die Berge, davor ein festes Gebäude, das muß es wohl sein, es gibt ein Museum dort.

Wir fahren hin und sind (fast) da. Es ist der Eingang zum Nationalpark „Yolyn-Am“, dort zahlen wir 3000 Tukrig (etwa 1,50 Euro) Eintritt pro Fahrzeug.
Von dort sind es noch einmal etwa 10 Kilometer quer durch die Berge bis zum Ende der Straße. Dort wollen wir zwei Tage bleiben.

Am Eingang zum Nationalpark kriegen wir noch einen Mongolenjungen „verpasst“, den wir doch bitte mitnehmen möchten, er muß auch zur Schlucht, hat dort, wie wir später sehen, mit anderen zusammen einen Job zu erledigen. Die Jungs haben dort Pferde stehen, auf denen sie „lauffaule“ Touristen in die Schlucht führen und damit für ihre Familie ein wenig was dazuverdienen.

Die letzten 10 Kilometer sind schwierig zu fahren, die Strecke ist einspurig, extrem ruppig und teilweise steil, wir fahren meist bergauf, an einer Stelle ist die Fahrspur seitlich so schräg geneigt, daß wir sie nicht fahren können, unsere hohen Fahrzeuge würden kippen, also weichen wir auf die Wiese daneben aus und umfahren die Passage.

Am Ende des Weges angekommen, wir sind hier auf über 2.300 Meter über NN, verabschieden wir unseren kleinen Fahrgast, suchen uns einen geraden Stellplatz (43°29’20.14″N, 104°04’00.65″E), und machen uns heute einen „Gemütlichen“.  – Grillen ist angesagt, Heike backt einen Kuchen für Nachmittags, später noch frisches Brot.
Ich habe wieder mal zu „Schrauben“, mittlerweile ist unser Tisch komplett zusammengebrochen, das metallene Untergestell besteht jetzt aus zwei Teilen, — das wird schwierig, — ich kriegs irgendwie hin, mal sehen wie lange das hält.

Der Mongolenjunge kommt im Laufe des Tages noch ein paar mal zu uns, mal bringt er seine Freundin mit, mal einen Freund, sie sind neugierig, fragen viel, schauen, wollen alles „begreifen“, sind aber nicht aufdringlich, schon gar nicht irgendwie „gefährlich“, nur nette Kinder halt, verspielt und manchmal auch ein wenig frech, — wir holen mal was aus unserer Geschenkekiste, Baseballmützen und Pulswärmer, das kommt gut an, sie haben einen riesen Spaß damit, — und zeigen das auch.

Am Abend sind dann alle weg, die paar Touristen, die sich hierher verlaufen haben, die Familie, die dort drüben ein paar selbstgefertigte Souvenirs verkauft und die Herde Kinder, die mit ihren Pferden auf Kundschaft gewartet hat.
Es ist jetzt traumhaft still hier in den Bergen, –und kalt, schon gegen 20 Uhr, als die Sonne hinter dem gegenüberliegenden Berg verschwindet, kühlt es merklich ab, gegen Morgen ist es richtig kalt.

Tagesetappe:     34 km                    Gesamtstrecke:     11.500 km

 
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Verfasst von - 26. Juni 2013 in Uncategorized

 

Von Dalandzadgad zur Geierschlucht Yolyn-Am

Zum Frühstück haben wir einen kleinen Gast, Apfelschalen mag er sehr.

Nach Dalandzadgad ist es nur noch einen Steinwurf, wir werden im Nu da sein.
Denkste ! Da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht !
Der gestrige Regen hat hier ganze Arbeit geleistet, überall ist es naß, die Senken sind verschlammt, kleine Seen haben sich überall auf und neben der Piste gebildet, es wird wahnsinnig schwierig, die Stadt überhaupt zu erreichen, doch nun sind wir 550 Kilometer gefahren, jetzt werden wir die letzten 20 auch noch irgendwie schaffen.

Vorsichtig fahren wir die Piste entlang, oft in weitem Bogen um die Schlammsenken, machmal zieht sich aber auch ein kleiner Bach quer zur Strecke, dann ist es auch mit Ausweichen nichts mehr, irgendwann müssen wir durch, die Frage ist nur das wo.
An einer schlammigen Stelle hat ein Laster bereits seine Ladung vom Anhänger verloren, offensichtlich sind bei dem Schaukeln die Seile gerissen.

Als es kein Weiterkommen mehr gibt, gehen wir zunächst ein Stück zu Fuß, mal austesten, wie die Bodenbeschaffenheit ist, wo schon Spuren von anderen Fahrzeugen zu sehen sind, wie tief sie eingesunken sind. Wir sitzen ganz schön „drin“, rundum ist es schlammig, aus der Ferne kommen uns zwei Fahrzeuge entgegen, wir warten mal ab, welche Linie die beiden nehmen werden.
Eigentlich die einzig Mögliche, es quert nämlich ein kleiner Fluß, den wir nur über eine kleine Brücke weiter vorne passieren können, alles andere geht nicht, nur, um dort hin zu kommen, müssen wir zwei verdammt schlammige Passagen nehmen. Ich gehe mal vor, um mir das anzuschauen, und stehe gleich bis über die Knöchel drin in der Schmiere.
Aber es wird gehen, wir müssen da rüber, weil auf unserer Seite der Piste die Auffahrt zur kleinen Brücke weggeschwemmt ist.
Also, wir fahren vorneweg, zunächst eine leichte Schlammpassage bis zu einer kleinen „Insel“, die trocken ist, wir haben alle Register gezogen, Allrad, Sperren, Untersetzung, mehr haben wir nicht zu bieten. Das Problem ist, daß sich die Reifen im Nu zusetzen und dann überhaupt keinen Grip mehr haben, zudem sinken die schweren Fahrzeuge im weichen Untergrund gerne schlagartig bis zur Achse ein.
Dann die schwierigste Stelle, ein kleiner Graben, dessen Tiefe mir nicht ganz klar ist, die Breite allerdings ist ok, also, ranfahren bis kurz davor, dann Vollgas und durch, die Räder mahlen ein wenig, aber es geht gut, wir sind drüben auf der zweiten „Insel“, dann eine weitere Schlammpassage, nicht sehr tief, dafür länger, dort ist vorhin ein Kleinbus durch, das sollte gehen. Also wieder, ranfahren bis kurz davor, Vollgas, es geht, und in einem Zug rauf auf das kleine Brücklein. Dahinter wird es trockener, zwar nicht wirklich besser, aber wenigstens nicht mehr schlammig. Marion und Peter sind auch überall bestens durchgekommen. So nähern wir uns dann endlich der Stadt.

Und nach zwei Stunden sind wir endlich angekommen.
Dalandzadgad ist ein typisches Wüstenstädtchen, liegt wie eine kleine Insel mittendrin und bietet halt alles, was der Mensch im Umkreis von 200 Kilometern so benötigt, Lebensmittel, Benzin, einige Geschäfte und Banken, für die Touristen ein paar Hotels und Restaurants. Der Stadt ist noch die sozialistische Vergangenheit anzusehen, sie bietet aber auch schon viel Neues. Um den Stadtkern leben die Menschen, landestypisch in ihren Ger´s.
Wir kaufen das Nötigste für die nächsten Tage, Brot, Wasser und Obst, tanken Wasser und Diesel, schauen noch mal kurz ins Internet, telefonieren mal mit zu Hause, und sind schon wieder weg.

Yolyn-Am, die „Geierschlucht“ ist nur etwa 35 km südwestlich der Stadt, in den Bergen des Gobi-Altai, die hier etwa 2.800 Meter hoch sind.
35 km, nicht viel, nur irgendwie finden wir sie nicht, wir setzen drei mal an, fragen uns durch, jeder weist uns einen anderen Weg.
Das Problem ist, daß dort in südwestliche Richtung eine neue Straße gebaut wird, die die alte Piste irgendwie zerschneidet, ein Stück geht rechts davon weiter, ein anderes links, die Baustelle kann man nicht kreuzen, also zunächst probieren wir es links davon, etwa 10 Kilometer, nein, das wird nichts, wieder zurück, noch mal einen Versuch, ein Stück weiter westlich, dort fragen wir an der Baustelle, der junge Mongole spricht sogar ein wenig deutsch, ja wir seien richtig, immer gerade aus weiter, bis zu einem Schild, dann links weg Richtung Berge.
Leicht gesagt, von wegen links weg, Richtung Berge, der Weg spaltet sich immer wieder auf, zunächst probieren wir den Linken, wieder etwa 10 Kilometer, dort endet er in einem Ger-Camp, wir fragen, Fehlanzeige, wir sollen weiter rechts, ok, zurück bis etwa zur Hälfte, dann an einer Gabelung weiter rechts ansetzen, wieder hoch in Richtung Berge, das wird wieder nichts, wir fragen eine junge Mongolin an einem Brunnen, jaja, wir wären schon richtig, nur noch weiter rechts drüben, ok, also wieder zurück, nur gibt es keinen Abzweig um weiter nach rechts zu kommen.

Wieder fast ganz unten im Tal ist Schluß für heute, morgen fahren wir zurück bis an die Baustelle, dann noch ein Stück weiter westlich und dann wieder hoch in die Berge, irgendwann müssen wir die Schlucht doch finden – zum  Geier ! (43°37’08.06″N, 104°10’55.47″E)

Tagesetappe:     119 km                    Gesamtstrecke:     11.466 km

 
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Verfasst von - 25. Juni 2013 in Uncategorized

 

Durch die Zentralgobi nach Dalandzadgad

Tja, so ist das, mit „Schrauben“ endete der gestrige Tag und mit „Schrauben“ beginnt der Heutige: Irgendwie geht heute früh plötzlich die Klappe einer Außenstaubox nicht mehr auf, das Schloß ist fest und nicht mehr vor oder zurück zu bewegen. Nach einer ganzen Reihe von Versuchen gebe ich auf und verschiebe die Reparatur auf heute abend.

Kurz nach 09.30 Uhr fahren wir los, es ist bereits heiß heute morgen, 25 Grad, die Sonne brennt, und irgendwie fühlen sich 25 Grad in der Wüste gleich noch heißer an.
In der Ferne, am südlichen Himmel, steht schon wieder eine schwarze Gewitterwolke, es wird wohl heute auch wieder Blitz und Donner geben.

Wir fahren zurück auf die A 0202, die Piste nach Süden.
Hat sich nicht viel verändert seit gestern, vielspurig, wellig, quergerillt, die richtige Auswahl der Fahrspur bleibt Glückssache, manchmal klappt es wunderbar und wir erwischen eine richtig Gute, gerade, eben, weich oder kiesig, ohne tiefe Löcher und ohne Rillen, dann brummt es, manchmal sind 75 km/h drin, eine dicke Staubfahne hinter uns herziehend donnern wir durch die Wüste, macht richtig Spaß, ein wenig „Paris-Dakar-Feeling“ kommt schon auf, mag ich gar nicht abstreiten !
Meist jedoch nicht lange, dann ist wieder der Wurm drin, es rappelt und klappert und der Bock springt wie eine alte Geis, der verzweifelte Versuch, irgendwo den einzigen lochfreien Quadratzentimeter zu finden scheitert kläglich, selbst die Fahrt durch das freie Gelände verbietet sich, es ist überzogen von kleinen, unscheinbaren Sandhaufen, bei denen man geneigt ist, einfach drüber zu fahren. Einmal haben wirs probiert, — die kleinen Sandhaufen sind steinhart und geben keinen Millimeter nach, kleine Sprungschanzen, Buckelpiste, — unbefahrbar !

Nach etwa zwei Stunden,  65 Kilometer weiter erreichen wir dann eine kleine Bergkante, die einen tollen Blick über das weite Land freigibt, Landschaft die traumhaft und unendlich scheint.
Kurz danach durchfahren wir Tsogt-Ovoo, den einzigen Ort unserer heutigen Strecke. Ein paar Häuser, eine Tankstelle, zwei oder drei Minimärkte, ebenso viele Lokale, ein beflaggtes Gebäude, sicher die Verwaltung, — und schon sind wir durch.

Dann wird die Piste echt kriminell, es gibt eine richtig schön gebaute und befestigte Piste, nur fährt die niemand, offensichtlich ist beim Bau irgendetwas schief gelaufen, falsches Material aufgeschüttet, offensichtlich zu weich und ohne Halt, sie ist nämlich so aufgefahren, durchlöchert und wellig, oft an den Rändern weggespült, daß alle daneben fahren, auch wir. Das geht zwar auch nicht richtig gut, aber immer noch besser als auf der Straße.

Unterwegs überholen wir dieses Gefährt, es ist kaum zu glauben, was hier alles über die Piste durch die Wüste rollt, Lieferwagen, Sattelzüge, Tanklaster, — und dieser „Containerzug“. — einfach unglaublich, den würde sich bei uns niemand trauen über eine Asphaltstraße zu ziehen, hier aber rollt so etwas über die Piste, durch die Schlaglöcher, aber nicht etwa im Kriechtempo ! — Material kann wahnsinnig viel aushalten !

Am Nachmittag kommen wir dem südlichen Gewitterhimmel immer näher, sind kurz davor, sehen schon die Blitze zucken.
Wir überlegen, ob wir weiterfahren, eventuell in einen Starkregen oder gar Hagel reinkommen, oder ob wir hier stehen bleiben und warten, bis sich die Wolken entleert haben.
Nach einiger Überlegung und dem Blick auf die Karte, die uns sagt, daß wir vielleicht gerade so, rechts vorbeischrammen könnten, wenn wir die Piste weiterfahren, fahren wir weiter, — und es dauert nicht lange, bis die ersten fetten Tropfen auf uns treffen, es sind aber nur wenige, stark regnet es eher links von uns, bald hört es wieder auf, wenig später fallen ein paar Hagelkörner, es ist brenzlig, aber die Rechnung geht auf, unsere Piste biegt eher rechts weg und es wird heller, die Gewitterwand bleibt links zurück.
Allerdings ist unsere weitere Strecke immer wieder patschenass, offensichtlich hat es vor Kurzem auch hier schon geregnet, kleine Bäche fließen über die Piste, die Löcher sind vollgelaufen, das ist noch tückischer, nun können wir nicht mehr sehen, wie tief sie sind, und die Senken sind bereits verdammt schlammig, es geht gerade noch so, mehrfach durchfahren wir schlammige Mulden, es geht aber gut und schon bald darauf ist es wieder staubtrocken und hinter uns sind wieder die gewohnten Fahnen.

Nach 6 1/2 Stunden Piste und 164 Kilometern sehen wir vor uns den mächtigen Gebirgszug des Gobi-Altai und davor die Stadt Dalandzadgad, es sind noch etwa 25 Kilometer. Wir bleiben hier draußen in der Wüste, es reicht auch für heute. Wir fahren ein Stück von der Piste weg und haben wieder einen herrlichen Stellplatz für die Nacht. (43°41’59.61″N, 104°40’53.68″E)
Naja, und wie der Tag begann ……
Ihr wißt schon, — reparieren ist noch angesagt, das Schloß krieg ich wieder hin, ich mache gleich alle mal durch, säubern, ölen, die Klappenbänder auch, die drei Aufbauschrauben waren auch wieder lose, wie jeden Tag.

Tagesetappe:     164 km                    Gesamtstrecke:     11.347 km

 
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Verfasst von - 24. Juni 2013 in Uncategorized