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Von Tschenstochau nach Wroclaw

Am frühen Morgen dann, es mag wohl so gegen 4.30 Uhr sein, fahren viele Busse weg, vielleicht 20 stehen am Morgen noch, sie fahren erst so gegen 9 Uhr weg.
Wir haben keine Ahnung, ob es hier immer so zugeht, oder ob es in dieser Nacht etwas Besonderes zu feiern gab, jedenfalls hat das Geschehen einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen.

Die „Schwarze Madonna“ konnte ich gestern Abend nicht mehr zu Gesicht kriegen, es war einfach zu viel los.
Und auch heute früh geht es schon wieder los, Auto um Auto fährt auf den Parkplatz, es sind Hunderte, Bus um Bus, jetzt darf ich mich beeilen, sonst ist dort wieder alles „dicht“.
Gegen 10 Uhr schaue ich wieder in die Klosterkirche, heute ist Sonntag, es ist noch mehr los als gestern Abend, es sind schon wieder Tausende, die dort hineingeströmt sind, in der Klosterkirche wird bereits die nächste Messe gehalten, ich finde den Zugang zur „Gnadenkapelle“, dort wartet allerdings schon eine Schlange von wenigstens 50 Metern Länge, an einem zweiten Zugang an der Rückseite der Kapelle ist sie nicht wirklich kürzer, — ich gehe dann mal lieber.
Heike hatte gestern Abend mehr Glück, sie war etwa eine Stunde vor mir dort und konnte die „Schwarze Madonna“ problemlos und ohne Wartezeit sehen.

Nun gut, anschließend fahren wir los, durch die Stadt „Tschenstochau“, eine Autoschlange quält sich den Berg hoch zur Klosterkirche, weiter unten in der Stadt trifft gerade ein langer Zug von Wallfahrern ein, uniformierte Fahnenträger voraus, kirchliche Würdenträger in ihren Talaren und viele Menschen hinterher, die Polizei sperrt die Straßen für sie, wenn sie diese überqueren müssen.

Wir fahren über die Landstraße 46 nach „Opole“, dort ist eine schöne Altstadt mit einem bemerkenswerten Rathaus zu sehen.

Das Wetter ist heute herbstlich, am Morgen hängt dichter Nebel über unserem Parkplatz, die Sonne braucht bis gegen 11 Uhr, um sich durchzusetzen, dann scheint sie den ganzen Tag und schafft es am Nachmittag gar auf angenehme 15 Grad.
Die Landschaft ist jetzt schon, wie sie bei uns auch ist, Felder und Wiesen, herbstliche Bäume, kleine Wälder, und kleine Dörfer und Städtchen, durch die die Landstraße oder später die Autobahn führt, wir sind wohl bald zurück in Deutschland, alles ist so bekannt, gar nicht mehr so anders, wie es viele Monate war.

Wir fahren weiter über die A 4 bis „Wroclaw“, dem alten „Breslau“, etwa 650.000 Einwohner, mit bewegter Geschichte.
Wir fahren durch die Stadt, hinein in die Altstadt, wollen zur Dominsel oder ans Oderufer, vielleicht ist dort ein vernünftiger Parkplatz zu kriegen.
Das wird jedoch nichts, wir kreisen einige Male durch das Viertel, viele Straßen sind Fußgängerzone und ganz gesperrt, andere für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, also auch für uns, und Parkplätze gibt es schon gar keine. Also entschließen wir uns, wieder aus der Stadt heraus zu fahren, einen ersten Eindruck haben wir erhalten, die Stadt ist sauber und gepflegt, modern gestaltet, Altes ist erhalten geblieben und meist recht gut restauriert, entlang der Oder sind Grünanlagen, in der Stadt einige schöne Parks.

Außerhalb der Stadt, am Rand eines kleinen Dörfchens, ist ein Neubaugebiet enstanden, wunderschön angelegt, gepflasterte Straßen und Gehwege, die Häuser vom Allerfeinsten, mit Gärten, fix und fertig angelegt, mit schönen Zäunen und Toren und Natursteinmauern,
— und alles steht leer, kein einziges Haus ist bewohnt, wir kommen zufällig hier vorbei, — ein trauriger Anblick, — hier hat sich jemand aber richtig verspekuliert !
Wie es auch immer sei, wir fahren hinein bis zum Wendehammer am Ende, dort finden wir einen wunderschönen Stellplatz für die Nacht, mitten in der Natur, mit gepflastertem „Vorgarten“, was wollen wir mehr ? (51°02’59.22″N, 16°50’39.12″E)

Tagesetappe:     222 km                    Gesamtstrecke:     26.296 km

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Verfasst von - 29. September 2013 in Uncategorized

 

Von Krakau nach Tschenstochau

Der Tag beginnt sonnig und mit einem langen Hundespaziergang entlang der Weichsel.

Anschließend fahren wir in die Altstadt, ziemlich dicht am „Wawelberg“, in der „ul. Straszewskiego 14“ finden wir im großzügigen Innenhof eines Hotels einen bewachten Parkplatz, auf Rasen und unter Kastanien, — nicht schlecht und optimal für uns, — und mit knapp 5 Euro für einen halben Tag sind wir wirklich gut bedient.
Dort hätten wir übrigens auch in der Nacht stehen können, vielleicht interessant für jemanden, der nach uns mal mit dem Camper die Stadt besuchen möchte.

Zu Fuß machen wir uns los, die Altstadt zu erkunden.
Die 750.000-Einwohner-Stadt „Krakau“, ist eine der wenigen Städte, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben und deswegen heute noch in ihrer gesamten alten Pracht zu bestaunen ist.
Wir beginnen am „Wawelberg“, nur einen Steinwurf von unserem Parkplatz, dort steht auf der kleinen Erhebung, mitten in der Stadt, das Königsschloss und der Dom.
Der Dom ist für die Polen nicht nur ein religiöses Symbol, sondern auch ein Patriotisches, in ihm werden seit 1320 alle polnischen Könige gekrönt und auch beigesetzt, in Krypten ruhen sie dort neben Kirchenfürsten und Nationalhelden.
Das Königsschloss, gleich daneben, ist nicht weniger prunkvoll, hier war schon immer der Sitz der polnischen Herrscher.
Hier oben vom Berg haben wir einen tollen Blick hinunter auf die Stadt mit ihren Gassen und alten Gebäuden und auf die Weichsel mit der gepflegten Uferpromenade.

Vom „Wawelberg“ gehen wir hinüber Richtung Marktplatz, die gesamte Altstadt ist Fußgängerzone oder wenigstens stark verkehrsberuhigt, es ist erstaunlich viel los, schon auf dem Berg, aber auch hier unten sind enorm viele Besucher unterwegs, obwohl die Urlaubszeit längst vorbei und heute wirklich kein idealer Tag ist, die Stadt zu erkunden, es scheint zwar wieder die Sonne, trotzdem ist es verdammt kalt und ein scharfer Wind pfeift durch die Gassen.

Vorbei an der Peter- und Paulkirche und der Dominikanerkirche kommen wir auf den „Rynek Glowny“, den zweitgrößten mittelalterlichen Marktplatz Europas nach dem Markusplatz in Venedig. Oh ja, der Platz ist wirklich groß und schön, und hier wird was geboten, mitten auf dem Marktplatz stehen die Tuchhallen aus dem 14. Jahrhundert, sie sind schon immer „Markthallen“ gewesen und dies bis heute geblieben, — gut, die Waren haben gewechselt, heute ist es überwiegend „Kunst“ und Kitsch, der dort in den Souvenirläden angeboten wird.
Um die Tuchhallen und den gesamten Marktplatz reihen sich die Cafe´s und Restaurants, die Blumenfrauen haben ihre Stände aufgebaut, wunderschöne „Fiaker“ stehen für Stadtrundfahrten zur Verfügung und allerlei Gaukler rund um den Platz versuchen das Publikum irgendwie in ihren Bann zu ziehen, die Besucher strömen in wahren Massen über den Platz, Hochzeitspaare kommen und lassen sich vor der herrlichen Kulisse fotografieren, eine Kapelle bläst allen den Marsch, während sie um den Platz marschiert und immer zur vollen Stunde erklingt eine Trompetenfanfare hoch oben aus dem linken Turm der Marienkirche, traditionell seit dem frühen Mittelalter.
In der südlichen Ecke des Platzes steht, etwas klein und verloren, die Adalbertkirche, zum Teil noch aus dem 10. Jahrhundert, — in der östlichen Ecke die Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert, die äußerlich durch ihre unterschiedlichen Türme sofort ins Auge sticht und innerlich durch einen faszinierenden, 13 Meter hohen Seitenaltar des Nürnberger Meisters Veit Stoß überzeugt, den dieser in den Jahren 1477 bis 1489 geschaffen hat.

Nach dem Mittagessen verlassen wir den Platz in westlicher Richtung, unser Gang ist automatisch etwas schneller geworden, Mittagessen im Freien, bei 12 Grad ist doch nicht ganz so lustig, auch wenn in dem Lokal der Freisitz strahlerbeheizt ist, also etwas mehr Tempo, damit wir wieder auf Temperatur kommen.
Der gotische Rathausturm steht etwas einsam auf dem Marktplatz, das Rathaus ist bei einem Brand Anfang des 19. Jahrhunderts vernichtet und nicht wieder aufgebaut worden, von dort gehen wir die „ul. Sw. Anny“ in nördliche Richtung, vorbei am „Collegium Maius“, dem ältesten, noch erhaltenen Gebäude der Universität und dann westlich der Altstadt an der Grünanlage entlang, auf der einmal die Stadtmauer gestanden hat, die Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, bis zu unserem Parkplatz.

Wir verlassen „Krakau“ und fahren auf die A 4, in westliche Richtung, bis kurz vor „Katowice“, dann biegen wir nach Norden, auf die E 75 nach „Tschenstochau“ ab.
Unterwegs haben wir zwei mal 9 Zloty (etwa 2,20 Euro) an Straßenmaut zu bezahlen, unsere Mautbox, die wir als Schwerfahrzeug sowieso haben müssen, und die sonst immer fleißig piept, ist auf dieser Strecke offensichtlich nicht aktiviert.
Die Autobahn A 4 ist bestens ausgebaut, wir kommen zügig voran, die E 75 ist nicht ganz so gut, aber gut zu befahren.
Die Landschaft entlang unserer heutigen Strecke besteht oft aus Kiefernwäldchen und Brachland, landwirtschaftliche Flächen sind in diesem Bereich nicht ganz so oft anzutreffen.
Der Bereich um „Katowice“ ist Industrierevier, schon aus der Ferne sind die riesigen Kühltürme eines Kraftwerkes zu sehen.

Gegen Abend treffen wir im Wallfahrtsort „Tschenstochau“ ein, einer der meistbesuchten der ganzen Welt, zwar nicht direkt auf unserer Strecke, aber das wollen wir uns ansehen, Millionen gläubiger Katholiken ziehen jährlich dort hoch auf den „Jasna Gora“, den „Hellen Berg“, um in der Klosterkirche die „Schwarze Madonna“ zu bestaunen.
Der Parkplatz vor der Klosterkirche ist riesig, bewacht und eingezäunt, und wir können dort über Nacht stehen, das ist schon mal eine gute Ausgangsposition. (50°48’44.95″N, 19°05’30.87″E)
Noch am Abend, als wir ankommen, stehen dort mehr als 80 (!!) Reisebusse, der Parkplatz bietet Platz für bestimmt 300, zudem gibt es einen riesigen Zeltplatz mit Waschhaus, ein Hotel und natürlich die unvermeidlichen „Buden“.
Trotzdem geht alles ziemlich gesittet zu, die Menschenmassen verlieren sich irgendwie, wir möchten allerdings nicht wissen, was hier zur Ferienzeit los ist.

Und es nimmt kein Ende, die Busse fahren mit einbrechender Dunkelheit nicht weg, es kommen eher noch welche hinzu, die Menschen strömen in Scharen in die Kirche, wir gehen mal schauen, — dort wird eine Messe zelebriert, die Menschen stehen dicht gedrängt, in der Kirche, im Vorraum und draußen im Klosterhof, es sind Tausende, sie haben Sitzgelegenheiten mitgebracht, die Messe wird über Lautsprecher nach außen übertragen, es schallt weit über den Platz, bis herüber zu unserem Stellplatz, und es klingt irgendwie feierlich, es wird gesungen, Gitarrenklänge sind zu hören, wir sehen unheimlich viele junge Leute laufen, es ist beeindruckend, mit welch einer Freude sie den Weg zur Messe gehen, sie sind lustig, freuen sich, lachen, laufen aufgeregt hin und her, — irgendwie vermitteln sie den Eindruck, auf dem Weg zu einem Popkonzert zu sein, sehr beeindruckend.
Und es nimmt kein Ende, die Messe scheint ewig zu dauern, noch um 23 Uhr klingen Gesänge und Gebete durch die Lautsprecher über den Platz, kein einziger Bus fährt weg, irgendwann schlafen wir dann ein.

Tagesetappe:     159 km                    Gesamtstrecke:     26.074 km

 
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Verfasst von - 28. September 2013 in Uncategorized

 

Von Lancut nach Krakau

Der Tag beginnt endlich wieder einmal freundlich, die Sonne scheint, auch wenn es noch kalt ist draußen.

Morgenspaziergang durch den Schloßpark und zum Schloß.
Der Schloßpark ist wunderschön gestaltet, alles ist top gepflegt, überall im Park sind Ruhezonen und Pavillions zu finden, näher am Schloß dann sind Blumenbeete angelegt und Blumenkübel entlang der Wege aufgestellt. Die Morgensonne taucht alles in ein zartes Licht und läßt das Herbstlaub in den schönsten Farben erstrahlen.
Leider wissen wir über das Schloß selbst nicht viel zu berichten, „eines der prächtigsten Schlößer Polens“ und „frühbarock“ sind die einzigen Attribute, die wir unserem Reiseführer entlocken können. Im Schloß selbst ist heute ein Museum für Innenarchitektur untergebracht.
Nunja, nicht ganz so wichtig, jedenfalls ist es schön anzusehen, die Fassaden sind in einem sehr guten Zustand und werden ständig gepflegt, wie ein Gerüst an einem Teil der Fassade beweist.
Das Schloß ist ein beliebtes Ausflugsziel bei den Polen, denn schon heute früh stehen Scharen von Menschen vor dem Portal und warten darauf, daß sich die Pforte öffnet.

Wir machen uns auf den Weg Richtung „Krakau“, die 4 von der Grenze bis Krakau, hinter Krakau dann die A 4, ist sehr gut ausgebaut, meist zweispurig, öfters dreispurig, die dritte Spur wechselt immer wieder von einer zur anderen Seite, der Belag ist bestens, ziemlich neu, viele Lärmschutzwände seitlich, das ist auch notwendig, es rollt eine endlose Blechkarawane in beide Richtungen und die Straße führt sehr oft durch die Ortschaften.
Deswegen ist flottes Vorwärtskommen nicht wirklich möglich, die Strecke ist sehr oft auf 50 km/h begrenzt, hie und da sind 70 km/h möglich, meist jedoch nur kurzfristig, und nach jedem Schild mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung steht eine Radarkiste, garantiert, da sind die Polen absolut konsequent, fairerweise angekündigt, und zwischendrin gibt es zudem noch mobile Kontrollen mit Radarpistolen, offensichtlich hat sich das als notwendig erwiesen, früher wurde hier mit Sicherheit recht wild gefahren. Nun geht es gemächlich zu.

Polen hat uns schon auf unserer Hinfahrt durch den nördlichen Teil im April überrascht, das Land macht einen sehr positiven Eindruck auf uns, alles ist top gepflegt und sauber, modern, die Straßen und Gehsteige in bester Ordnung, beim Blick in die Dörfer und Städte fallen uns unheimlich viele Neubauten und renovierte Häuser auf, schöne Häuser, die Gärten schön angelegt, wunderschöne Zäune, sehr viele in Schmiedeeisen, wirklich toll gemacht, viele neue Gewerbebetriebe sind überall entstanden, hier hat sich in den Jahren nach der „Wende“ wirklich enorm viel getan.

Wir kommen über „Rzeszow“ und „Tarnow“ nach „Krakau“, fahren zunächst mal durch die Altstadt um einen ersten Eindruck zu kriegen.
Parkmöglichkeiten ausgeschlossen. So fahren wir wieder aus der Stadt heraus, am Weichselufer gibt es das Sport- und Freizeitzentrum „Kolna“ mit einer Kanu-Wildwasserstrecke, dort gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz, den wir aufsuchen.
Der Stellplatz ist zwar nicht auffindbar, die Parkplätze dort sind aber riesig, sauber gepflastert, gut beleuchtet und die Security läuft Streife, also hier sind wir richtig, und auch zum Spazierengehen ist es einfach ideal, am Ufer der Weichsel führen Rad- und Spazierwege kilometerlang in beide Richtungen. (50°01’56.94″N, 19°49’44.16″E)

Tagesetappe:     227 km                    Gesamtstrecke:     25.915 km

 
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Verfasst von - 27. September 2013 in Uncategorized

 

Von Javoriv (Ukraine) nach Lancut (Polen)

Heute ist wieder Grenztag, der letzte von insgesamt 10 Grenzübertritten, die so richtig kontrolliert werden, die Grenze von Polen nach Deutschland, die in wenigen Tagen vor uns liegt, ist ja heute kaum noch ein Ereignis, man huscht halt so durch. Wir sind froh, wenn wir das heute noch einigermaßen hinter uns bringen, die Grenzen nerven uns mittlerweile so richtig.

Von unserem Stellplatz bei „Javoriv“ rollen wir über die M 10 Richtung Grenzübergang, die Straße ist gut, nach 30 Minuten sind wir da.
Schon in der Nacht regnet es ein wenig, jetzt schüttet es richtig, auch die Temperatur läßt schwer zu wünschen übrig, 10 Grad sind es heute wieder nur.

An der ukrainischen Ausreise ist wenig los, wir werden an der LKW-Schlange vorbeigewunken und sind gleich dran.
Ein Zöllner kommt, schaut ziemlich kurz in das Fahrzeug und winkt uns weiter.
Mit der weiteren Abfertigung sind wir jedoch alles andere als einverstanden, ein zweiter Zöllner kommt, läßt sich die Pässe und den Fahrzeugschein geben und verschwindet wortlos, geht dann mit den Dokumenten mehrfach von einem zum anderen Abfertigungsschalter, kommt nach etwa 15 Minuten zurück, gibt mir Heikes Paß zurück und geht mit meinem wortlos wieder weg.
Nach weiteren 10 Minuten kommt er wieder und fragt mich nach irgendeiner Registrierung, — ich verstehe nur Bahnhof, frage ihn auf englisch was es für ein Problem gebe, — jetzt will er nicht verstehen, weigert sich partout auch nur ein Wort englisch zu reden oder zu verstehen, — Mensch Junge, Sorry, aber das hier ist ein Grenzübergang in die EU, da solltet ihr Euch aber langsam mal drauf einstellen !
Bei der Einreise in „Port Krim“ hat ein Zöllner alle notwendigen Formalitäten für uns erledigt und uns dann unsere abgestempelten Pässe zurückgegeben, mehr nicht, ich habe keine Ahnung, was der nun wieder will, er faselt irgendetwas von Registratia und Computer, ich sage ihm, daß ich nichts bekommen habe und lasse ihn stehen, — er verzieht sich wieder in sein Kämmerchen, wir warten weiter.
Nach weiteren 15 Minuten kommt er, gibt mir meinen Paß und den Fahrzeugschein zurück und beordert Heike mit ihrem Paß an einen anderen Schalter, das kennen wir ja bereits.
Es dauert und dauert, nach mehr als 20 Minuten kommt Heike total entnervt zurück, die Zöllnerin hat ihren Paß einfach neben hin gelegt und weiter andere Reisende abgefertigt, nach gut 15 Minuten wird es Heike zu blöd und sie fragt mal an, was denn nun mit ihrem Paß sei, sie kriegt ihn wieder zurück, allerdings ohne Ausreisestempel.
Mittlerweile ist unser Zöllner von vorhin irgendwie auch schon darauf aufmerksam geworden, daß wir ja immer noch hier stehen und den gesamten Betrieb aufhalten, er kommt und fragt unschuldig, warum wir immer noch hier rum stehen, da gibt ihm Heike ziemlich patzig zu verstehen, daß es nicht an uns liegt, daß wir immer noch hier rumstehen und wir jetzt langsam sauer werden, wenn die Spielchen hier nicht gleich ein Ende haben, alles natürlich auf deutsch mit wunderschönen Gesten, die ich hier leider nicht beschreiben kann, aber wer Heike kennt, kann es sich sicher vorstellen, — der Zöllner versteht sie sehr wohl, Heikes Gesichtsausdruck spricht Bände.
Nun schickt er sie an einen anderen Schalter und mich gleich dazu, — mich, wieso das ?, — ich schaue in meinen Paß, — da ist doch tatsächlich auch noch kein Ausreisestempel drin ! Was hat der „Wichtigtuer“ nur die gesamten 40 Minuten mit meinen Papieren gemacht ? — Nun zeige ich auch meinen Unmut und gehe mit Heike an den anderen Schalter, die Zöllnerin schaut kurz in den Computer, auch wegen dem Fahrzeug, haut uns die beiden Stempel in den Paß, und fertig ! — keine drei Minuten hat es gedauert, dafür hat uns das Duo von vorhin eine halbe Ewigkeit aufgehalten. Nun können wir endlich ziehen.

Doch das dicke Ende kommt erst noch, der letzte ukrainische Zöllner hinten am Schlagbaum läßt uns nicht weiter in der PKW-Spur fahren, wir haben ja bisher auch hier mit den PKW abgefertigt, sondern will uns unbedingt in die LKW-Spur schicken, dort steht jedoch, wie immer bei den LKW, alles brechendvoll und die Abfertigung bei der EU-Einreise nach Polen dauert sicher eine halbe Ewigkeit. Ich diskutiere mit ihm, versuche ihm klarzumachen, daß wir kein LKW, sondern ein Wohnmobil sind, und auch keine Waren zu deklarieren haben, erzähle ihm auch, daß wir doch hier bereits mit den PKW abgefertigt wurden, das läßt ihn total unbeeindruckt, wir müssen in die LKW-Spur.
Nun bin ich echt sauer, das kann den gesamten Tag dauern, würde mich nicht wundern, wenn da vorher ein Anruf bei dem „Schrankenwärter“ eingegangen wäre.

Nach knapp einer Stunde Wartezeit sind wir dann tatsächlich schon dran, werden gewogen und kriegen eine Chipkarte als Laufzettel, dann kommt ein polnischer Zöllner in unser Wohnmobil, schaut sich um und beordert uns auf einen Stellplatz an der Seite des Abfertigungsgebäudes.
Dann geht das gesamte Prozedere seinen Gang, es dauert bei den LKW halt unverhältnismäßig lange, ist aber alles korrekt und einigermaßen zügig gelaufen.
Mit den Päßen, Fahrzeugpapieren, dem Hundepaß und der Chipkarte werde ich von einem zum anderen Schalter geschickt, jeder trägt irgendetwas in seinen Computer ein, fragt etwas oder schickt mich weiter, die Chipkarte wird dabei immer auf ein Lesegerät gelegt und der Zöllner erkennt dann, was noch zu erledigen ist, hier wird auch bereitwillig englisch gesprochen, nicht immer perfekt, aber sie sind sehr bemüht. Dann muß unser HerrMAN wieder einmal in die Röntgenabteilung, wird durchleuchtet, das dauert fast eine halbe Stunde, anschließend auf einen neuen Parkplatz, ich muß zurück zum ersten Schalter, nach 10 Minuten warten kommt ein Zöllner mit mir und inspiziert ihn persönlich, er schaut schon ganz gut hin, auch in die unteren Staukästen, ist aber immer korrekt und freundlich, anschließend muß Aspros noch registriert werden, ich gehe mit seinem Paß zu einem neuen Schalter, dort wird alles in ein Buch eingetragen, dann noch einmal zum allerersten Schalter, — dort gibts endlich das ok, alles erledigt, wir können ziehen.

Zunächst suche ich noch nach dem „VIA-Toll“-Schalter, die Mautbox muß aufgefüllt werden, hier im Abfertigungsgelände ist jedoch keiner, erst draußen, irgendwo an einer Tankstelle, allerdings kann ich schon mal ein wenig Geld umtauschen, dann fahren wir, der Schlagbaum öffnet sich, als wir die Chipkarte abgeben, wir sind wieder in der EU zurück. Das gesamte Prozedere durch beide Grenzen hat tatsächlich wieder volle fünf Stunden gedauert !

Zum letzten Mal bekommen wir heute eine Stunde geschenkt, wir haben uns Zug um Zug von 7 Stunden vor der MESZ in der Mongolei, wieder auf die MESZ hier in Polen zurückgerundet.

Das Wetter ist noch gräuslicher geworden, es ist jetzt 15 Uhr am Nachmittag, es ist finster als wäre es später Abend, alles ist grau in grau und es regnet Bindfäden, wirklich kein Reisewetter.
Kurz hinter der Grenze finden wir ein schönes Rasthaus mit einer reichhaltigen Speisekarte, zur Feier des Tages und in der Hoffnung, daß sich unsere Laune dadurch bessert, gehen wir jetzt erst mal lecker essen.

Danach fahren wir nicht mehr sehr weit, macht keinen Spaß heute, auf unserem Weg Richtung „Krakau“ passieren wir den Ort „Lancut“, dort gibt es einen schönen Schloßpark mit einem der prächtigsten Schlösser Polens. Dort fahren wir hin, am Schloßpark gibt es einen schönen Parkplatz für die Nacht, der Schloßpark bietet beste Möglichkeiten für einen Spaziergang mit Aspros. ( 50°04’17.31″N, 22°14’21.74″E)
Und morgen schauen wir uns das Schloß an.

Tagesetappe:     93 km                    Gesamtstrecke:     25.688 km

 
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Verfasst von - 26. September 2013 in Uncategorized

 

Von Lviv nach Javoriv

Die Nacht war ruhig und friedlich, nur heute früh steht schon um 07.30 Uhr eine Gruppe Jungs neben uns und palavert so lautstark, daß es vorbei ist mit schlafen.
Naja, eh spät genug, der Tag ruft und die Sonne scheint sogar.

„Lviv“ hat eine bewegte Geschichte, die sich noch heute in ihrer Architektur widerspiegelt.
Im 10. Jahrhundert von den Slawen gegründet, — im 13. Jahrhundert eine Festung, als Bollwerk gegen die Mongolen erbaut, — ab 1387 dann polnisch, — 1704 von den Schweden eingenommen, — mit der Teilung Polens fiel „Lviv“ 1772 an Österreich, nannte sich fortan „Lemberg“ und erlebte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts seine Blütezeit, unter der Herrschaft der Habsburger wurde es zur viertgrößten Stadt des Reiches hinter Wien, Budapest und Prag, — nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie in 1918 für ein Jahr Hauptstadt der Westukrainischen Volksrepublik, — in 1919 dann wieder polnisch, — dann fiel sie in 1939 an die Sowjetunion, hieß jetzt „Lvov“, — in 1941 wurde die Stadt von den Nazis überfallen und wurde deutsch, — bis sie 1944 von den sowjetischen Truppen zurückerobert wurde, — seit dem Zerfall der UdSSR ist sie nun wieder ukrainisch.

Nach dem Frühstück „erobern“ wir die Stadt, etwa 700 Meter den Berg hinunter und wir sind mittendrin.
Der Büchermarkt hat seinen festen Platz am ehemaligen Königlichen Waffenarsenal, schon kurz vorher sind Teile der alten Stadtbefestigung zu sehen.
Die gesamte Altstadt ist ein einziges Ensemble, ein herrliches Gebäude steht neben dem Anderen, die Wichtigsten und Sehenswertesten sind locker in einem gemütlichen Spaziergang innerhalb eines halben Tages zu „bewältigen“.

Maria-Entschlafens-Kirche, Dnister-Haus, das Rathaus mit den vier Springbrunnen, die Armenische Kirche, die Verklärungskirche, das Nationalmuseum, dann das Opernhaus, der schöne kastanienbesäumte Platz „Prospekt Svobody“ davor, mit dem Bronze-Denkmal für Taras Sevcenko, das Grand-Hotel, wunderschön hergerichtet, die Lateinische Kathedrale und gegenüber die kleine Boim-Kapelle mit der wunderschön verzierten Fassade, ein Meisterwerk der Steinmetzkunst, die kleine urige Kneipe direkt daneben ist auch nicht zu verachten, unser Platz zum Mittagessen.

Die meisten Gebäude im Altstadtzentrum sind bestens restauriert, die kleinen Gassen kopfsteingepflastert, alles ist sauber und wird ständig gepflegt, bei unserem Bummel müssen wir uns immer wieder selbst daran erinnern, daß wir hier in „Lviv“ in der Ukraine sind, vom Aussehen her könnten wir ebenso in Wien oder Dresden unterwegs sein.
In den Randbezirken gibt es noch viel zu tun, massenweise alte Häuser, mit edler Substanz, ganze Straßenzüge, Vieles ist renovierungsbedürftig, aber nicht ernsthaft am Zerfallen, und überall sind Handwerker am tun, das sieht gut aus.

An einem schönen Sommertag läßt sich ein solcher Bummel noch lange ausdehnen, die Stadt ist wahnsinnig lebendig, überall ist was los, die Menschen promenieren, geniessen die Sonne auf den Bänken unter den Kastanien, es gibt jede Menge Cafe´s und Restaurants, wer gerne Städtereisen macht, kann sich hier Tage lang aufhalten.
Uns reicht es allerdings für heute, es ist zwar sonnig, aber fast winterlich kalt, gerade mal 12 Grad und ein eiskalter Wind pfeift durch die Gassen, trotz dicker Jacke und Wollmütze nicht wirklich immer ein Vergnügen. Auf der Terrasse beim Mittagessen wärmen die Infrarotstrahler, trotzdem ist es nicht wirklich gemütlich.

Am späten Nachmittag marschieren wir wieder hoch zum Schloßberg-Parkplatz, endlich wird es uns mal warm, und fahren aus der Stadt raus, Richtung polnische Grenze.
Morgen wollen wir rüber, zurück ins „Schengen-Europa“, heute fahren wir etwa 20 Kilometer vor der ukrainisch-polnischen Grenze nach „Javoriv“, einem kleinen Städtchen abseits der M 10.
Hier „verpulvern“ wir unsere letzten Griwna, machen die Dieseltanks nochmal für knapp 95 Cent pro Liter randvoll und kaufen noch kräftig ein, bis nur noch 13 Griwna (1,30 Euro) als Souvenir übrigbleiben.

Außerhalb des Städtchens, in der Flur finden wir einen ruhigen Stellplatz für die Nacht, über uns ziehen die Kraniche gen Süden, noch spät in der Nacht können wir sie schreien hören. (49°56’44.04″N, 23°21’41.46″E)

Tagesetappe:     63 km                    Gesamtstrecke:     25.595 km

 
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Verfasst von - 25. September 2013 in Uncategorized

 

Von Ozerna nach Lviv

„Schlimmer geht immer !“ besagt eine alte Weisheit.
….. und es geht schlimmer:  — bei den Temperaturen ! — heute haben wir nur noch 10 Grad ! — dafür hat sich wenigstens die November-Tristesse verzogen, die Sonne scheint.
….. und es geht schlimmer:  — auch bei der Straße ! — heute wird der Belag ständig schlechter, es ist ein ewiges Holpern und Poltern, Slalomfahren, grad zum Vergessen !
und irgendwann, so etwa 70 Kilometer vor „Lviv“ ist die Strecke dann komplett zu Ende, Totalsperre auf der H 02 wegen Baustelle, nun ja, wenigstens gibt das Hoffnung für die, die irgendwann später die Strecke befahren wollen, es könnte eine schöne neue Straße gebaut werden.
Wir werden per Umleitung etwa 40 Kilometer nach Norden, über die Dörfer geschickt, über schmale Verbindungsstraßen, natürlich auch holprig und löchrig, durch kleine, enge Dörfer, auf die M 06, die Hauptverbindungsstrecke von „Kiev“ nach „Lviv“. Die ist nun richtig super ausgebaut, für die restlichen 80 Kilometer läuft es jetzt prima.

Wenigstens verhilft uns die Umleitung zu ein wenig Abwechslung, es gibt Einiges zu sehen unterwegs, eine wunderschöne, neu renovierte Kirche am Rand eines Dorfes.

Dann plötzlich stehen wir ganz unverhofft vor „Schloß Pidhirtsi“ und der dazugehörigen „St. Josefs-Kirche“. Ein wunderschönes Ensemble, alles leider in einem sehr schlechten Zustand, seit 1997 sind Renovierungsarbeiten im Gang, das Tempo ist jedoch langsam, es bleibt zu befürchten, daß der Zahn der Zeit schneller sein wird.
Das Schloß wurde 1635-1640 von französischen Architekten gebaut, die Kirche gegenüber wurde im 18. Jahrhundert eingeweiht.

Wir fahren auf die M 06, sie führt uns am Ort „Olesko“ vorbei.
Ein monumentales Denkmal mit gewaltigen Ausmaßen springt uns förmlich ins Auge, links der Straße, am Hang steht diese riesige Metallskulptur, die 1975 errichtet wurde und dem roten General Semjon Budjonnij und seiner Reiterarmee gewidmet ist.

Wenig später sehen wir aus der Ferne das alte „Schloß Olesko“, das bereits 1327 erstmals erwähnt wurde, sein heutiges Aussehen erhielt es Anfang des 17. Jahrhunderts, als es im Stil des italienischen Renaissance umgebaut wurde. Heute sind in den Räumlichkeiten und im Schloßpark Kunstwerke aus dem 10. bis 18 Jahrhundert ausgestellt.

Die Sonne hat es tatsächlich geschafft und bis zum frühen Nachmittag die Temperatur auf stolze 15 Grad hochgetrieben.

Die M 06 ist hier wirklich eine Lebensader, deutlich spürbar, hier fließt ein Großteil des Ost-West-Verkehrs, hier fließen die Ströme von der EU in die Ukraine, nach Rußland und weiter in den Osten und natürlich auch umgekehrt, wir sind nur noch etwa 200 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, hier wirkt alles plötzlich irgendwie viel westeuropäischer als bisher und noch heute früh auf den Nebenstrecken, die LKW rauschen fast wie auf unseren Autobahnen, in einem langen Band, über die Fernstraße, plötzlich tragen sie meist europäische Kennzeichen, Ungarn, Tschechien, Bulgarien, Litauen, plötzlich sehen wir auch wieder europäische Kennzeichen an PKW´s, Italien, Frankreich, Litauen, Spanien und natürlich Deutschland, die Tankstellen sind wie Rasthöfe ausgebaut, mit Parkplätzen und Gaststätten, und irgendwie ist alles viel hektischer als bisher.

Wir fahren nun nach „Lviv“, dem alten „Lemberg“, einer Stadt mit etwa 850.000 Einwohnern, einer bewegten Geschichte unter vielfältiger Obrigkeit, was sich in seiner Kultur und in seinem Aussehen bemerkbar macht. Die Altstadt ist weitgehend erhalten, wie es sie schon im 19. Jahrhundert gegeben hat, mittlerweile UNESCO-Weltkulturerbe, wenn auch noch Vieles renovierungsbedürftig ist, so ist sie trotzdem ein Schmuckstück und absolut sehenswert.
Wir fahren zunächst quer durch die Stadt und hinein ins Zentrum der Altstadt, der Verkehr ziemlich dicht, manchmal ein wenig chaotisch, — wir suchen eine Parkmöglichkeit, fast aussichtslos, mit unserem großen Gefährt sowieso.
Auf dem Weg durch die Altstadt sehen wir bereits die schmucken Fassaden der alten Handelshäuser, schön renoviert, heute befinden sich noble Hotels in ihnen oder Banken haben ihre repräsentativen Büros dort untergebracht, — kleine Parks mit Denkmälern und Springbrunnen, — kopfsteingepflasterte Straßen, — mächtige Kastanienbäume und gepflegte Rasenflächen, — Reste der alten Stadtmauer, — das Opernhaus, ein Schmuckstück.

Auf dem Stadtplan erkennen wir, daß der Schloßberg nicht sehr weit vom Zentrum entfernt ist und Parkmöglichkeiten bietet, das müssen wir uns ansehen, — also den Berg rauf, am Zugang zum Schloßpark stehen Busse auf dem Parkplatz, Busfahrer und örtliche Stadtführer dabei, — ein kleines Pläuschchen kann nie schaden, — und tatsächlich, — natürlich können wir hier stehen bleiben, der Platz ist sicher und auch ruhig, wenn dann gegen Abend die Busse weg sind, wir sind willkommen.
Hier bleiben wir stehen, setzen uns ins Cafe´gegenüber und machen später einen schönen Spaziergang, hoch auf den Schloßberg, von dort haben wir eine wunderbare Aussicht auf die Stadt, zur einen Seite auf die Neustadt mit ihren breiten Straßen, den Hochhäusern und ihrer Geschäftigkeit und zur anderen Seite auf die Altstadt mit ihren schmalen, verwinkelten Gassen, ihren herrlichen Gebäuden, Kirchtürme und Kuppeln ragen überall in die Höhe.

Heute Nacht bleiben wir hier am Park stehen, es ist jetzt schon ruhig geworden hier oben, viele Lviver kommen am Abend für einen Spaziergang hierher in den Park. (49°50’52.52″N, 24°02’30.86″E)
Wir spazieren morgen den Berg hinunter, sehen uns die Altstadt an.

Tagesetappe:     149 km                    Gesamtstrecke:     25.532 km

 
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Verfasst von - 24. September 2013 in Uncategorized

 

Von Hnyvan nach Ozerna

Der Herbst hier in der Ukraine ist schon wieder vorbei ! …….

……..jetzt ist es wohl nahtlos Winter geworden !

Nee, Spaß beiseite, aber heute hat das Wetter den absoluten Tiefpunkt unserer Reise erreicht, 11 Grad, windig bis stürmisch, die Blätter fallen von den Bäumen und es regnet Bindfäden. Selbst Aspros hat keine Lust auf Morgenspaziergang, alles ist matschig, sogar hier im Städtchen, rundum sind nur Pfützen und Dreck.

Wir fahren los, vielleicht hilft es ja irgendwie.
Ein paar Kilometer bis „Vinnycja“, dann auf die M 12, Richtung „Chmel´nyc´kyj“ und „Ternopil“, danach auf die H 02 Richtung „Lviv“ und bis hierher nach „Ozerna“.
Bei unserer Routenplanung letzte Woche konnten wir uns zunächst nicht dazu durchringen über „Ternopil“ zu fahren, bis wir rausgekriegt haben, daß es sich bei dem Ort nicht um das berühmtberüchtigte „Tschernobyl“ handelt, das liegt mehr als 800 Kilometer weiter nordwestlich.

Über den Tag gibt es nicht viel zu erzählen, eine reine Fahretappe.
Die Landschaft, wie gestern, obwohl wir sie heute ja kaum erkennen können, der Regen ….
Die Straße, auch wie gestern, ziemlich mies, von den heutigen 277 Kilometern sind mindestens 250 von ziemlich schlechter Qualität, der Asphalt löchrig und wellig, zudem stehen jetzt die Löcher voller Wasser, deren Tiefe läßt sich nicht mehr abschätzen, also immer fleißig drumherum fahren, Slalomtag, zudem ist die Sicht heute miserabel, oft schaffen es die Scheibenwischer nicht oder ein entgegenkommender Laster haut uns seine Fontänen auf die Frontscheibe, — und schon knallen wir wieder durch ein Loch.
Doch, etwas gibt es zu erzählen: — Unterwegs an der Straße kommen wir an Verkaufsbuden vorbei, die Gartenzwerge und Ähnliches anbieten.
Das müssen wir uns ansehen, das ist so kitschig, daß es schon wieder schön ist.

Die Temperatur schafft es den gesamten Tag nicht über 12 Grad, — am frühen Abend, schon nach 16 Uhr hört der Regen auf und der Himmel klart ein wenig auf, jetzt erreicht das Thermometer „hitverdächtige“ 14 Grad, — allerdings ist nach einer halben Stunde schon wieder alles vorbei.
Hilfe ! — Irgendwas machen wir hier falsch !  — wären wir doch in Odessa nur Richtung Süden weitergefahren, in 4 oder 5 Tagen hätten wir Kreta erreicht, baden bis Anfang November. — Naja, hat nicht sollen sein ! — aber im Dezember kommen wir !

Hinter „Ternopil“ suchen wir uns unseren heutigen Nachtplatz, logischerweise wieder in einem Dörfchen, draußen in der Flur würden wir gnadenlos „absaufen“.
In dem Örtchen „Ozerna“ verlassen wir die H 02 und fahren tiefer in den Ort hinein, zwischen Kirche und Bahnhof, in den Wiesen, gibt es einen kleinen Abstellplatz, genau richtig für heute Nacht. (49°38’08.51″N, 25°19’50.92″E)

Tagesetappe:     277 km                    Gesamtstrecke:     25.383 km

 
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Verfasst von - 23. September 2013 in Uncategorized